Über

OBJEKTIVISMUS, das ist eine Philosophie für das Leben auf der Erde, entwickelt von Ayn Rand, Autorin der Romane Atlas Shrugged und The Fountainhead. Die Beiträge dieser Website sollen Grundlagenkenntnisse zu allen Teilbereichen der objektivistischen Philosophie vermitteln. Ziel ist es, zur Entwicklung einer objektivistischen Bewegung im deutschsprachigen Raum beizutragen. Die vorliegenden Texte können allerdings nur eine Einführung in Ayn Rands Philosophie vermitteln und sollen nicht das Studium der Primärquellen des Objektivismus ersetzen. Wer im Internet Informationen über Ayn Rand und den Objektivismus finden möchte, kommt an der Website des Ayn Rand Institute (ARI) nicht vorbei. Nicht vergessen möchte ich Objektivismus.de, die für den deutschsprachigen Leser zahlreiche Informationen und Erklärungen parat hält, auch wenn sie weder den Umfang noch die Qualität der Texte auf der Website des ARI erreichen. Ebenso verweise ich auf mein Blog Objektivismus Heute, das regelmäßig aktualisiert wird.

Im Internet befinden sich auch einige Artikel aus deutsprachigen Zeitungen oder Zeitschriften, die sich mit Ayn Rand und dem Objektivismus befassen. Zu nennen wäre etwa Was wäre, wenn die Reichsten streiken? von Hannes Stein aus DIE WELT, Thomas Widmer mit seinem Aufsatz Einzelgängerin des Geistes (Kommentar) in der WELTWOCHE aus der Schweiz und Nikolaus Piper mit Nächstenliebe ist schlecht in der ZEIT. Die libertäre Zeitschrift eigentümlich frei veröffentlicht auch hin und wieder Aufsätze über Ayn Rand und beispielhaft dafür möchte ich Stefan Blankertz Traktat Liebe, Eigentum und die literarische Wahrheit herausgreifen. Blankertz vermeidet in diesem Aufsatz die Vereinnahmung von Rand für den Anarcho-Libertarianismus, und dafür kann man ihm durchaus dankbar sein. All diese Aufsätze bieten durchaus relevante Informationen über Ayn Rand und den Objektivismus, zeichnen sich aber teilweise auch durch große Mängel aus. Bei der Lektüre sollte man also Vorsicht walten lassen.

Dieser Vorbehalt gilt auch für Zeitschriftenaufsätze, die nicht im Internet zur Verfügung stehen, aber die Anschaffung durchaus lohnen wie Horst Ilmers Ayn Rand oder was kümmert mich mein Nachbar? aus der Zeitschrift phantastisch! (Oktober 2003) und Ayn Rand und ihre Feier des Kapitalismus von Eberhard Sens, veröffentlicht im Sonderheft Kapitalismus oder Barbarei? der Zeitschrift Merkur. Auch durchaus interessant ist das Buch Mein Leben für die Wirtschaft (Originaltitel: The Age of Turbulence: Adventures in a new World) von Alan Greenspan, der sich zumindest auf einigen Seiten mit Ayn Rand beschäftigt, und dem man seinen großen Respekt vor seiner ehemaligen Mentorin immer noch anmerkt, was allerdings nicht impliziert, dass Greenspan heute noch Objektivist ist – er ist es schon lange nicht mehr. Im Juni 2008 ist der Sammelband Stichwortgeberinnen erschienen, der auch einen Aufsatz über Ayn Rand enthält. Leider weist dieser Text der Autorin Carmen Wappel, einer Mitarbeiterin der Politischen Akademie der ÖVP, enorme Mängel auf. So behauptet sie a. a. über Ayn Rand: „Sämtliche Hilfe gilt für sie als Schwäche.“ Und aus Rands Proteganisten Howard Roark aus The Fountainhead macht sie „Howard Roak“. Bei dieser Autorin muss man leider wirklich den Eindruck haben, dass sie Ayn Rand aus erster Hand überhaupt nicht kennt. Dass sie Rand ein gewisses Wohlwollen entgegenbringt, gleicht diesen Umstand nicht aus. Im Herbst 2008 ist das erste Buch über Ayn Rand in deutscher Sprache erschienen, was an sich erfreulich wäre, aber leider wird die Freude doch sehr getrübt von der Oberflächlichkeit mit der der Autor sein Thema behandelt: Davids Schahs „Ayn Rand – Ihr Leben“ ist leider nur ein journalistischer Schnellschuss.

Websiten und Zeitschriftenartikel können aber im günstigsten Fall, sofern sie fundiert und seriös sind, nur einen ersten Einblick in die Welt des Objektivismus vermitteln. Daher sollte der Sprung zu den Primärquellen, vor allen zu den Romanen, möglichst schnell vollzogen werden, bevor sich falsche Vorstellungen über Rands Werk beim Leser festgesetzt haben. Jeder ernsthafte Interessent sollte die Romane The Fountainhead und Atlas Shrugged, die erfreulicherweise auch auf Deutsch verliegen (Der Ursprung und Wer ist John Galt?) , gründlich studieren, und „gründlich“ impliziert, dass eine einmalige Lektüre, vor allem bei Atlas Shrugged, nicht ausreichend ist. Auch Rands erster Roman We the Living ist auf Deutsch unter dem Titel Vom Leben unbesiegt erschienen und läßt sich mit etwas Geduld und Glück in guten Antiquariaten noch finden.

Nur sehr spärlich gibt es Sachliteratur von Rand in deutscher Sprache. Zu nennen ist hier der Sammelband Kapitalismus – Nutzen und Moral von Gerd-Klaus Kaltenbrunner. Er enthält Ayn Rands Aufsatz Kapitalismus – das unbekannte Ideal („What is Capitalism“). Wer sich nach dem Studium der Romane der Sachliteratur zuwenden möchte, kommt also spätestens hier an der englischen Sprache nicht vorbei. Zum schnellen Auffinden von einschlägigen Zitaten ist zunächst die Anschaffung des The Ayn Rand Lexicon (Kommentar), das von Harry Binswanger heraugegeben wird, sinnvoll. Wer sich das Buch nicht zulegen möchte, kann das komplette Lexikon allerdings mittlerweile auch im Internet frei zugänglich ansehen. Einige Beiträge aus diesem Lexikon stehen den Lesern in deutscher Sprache auch auf dieser Homepage zur Verfügung.

Harry Binswanger ist auch der Herausgeber eines kostenpflichtigen (14 $ pro Monat oder 145 $ pro Jahr) elektronischen Informationsbriefes – der Harry Binswanger List. Die Liste veröffentlicht von Binswanger moderierte Beiträge der Leser und außerdem exklusive Aufsätze von Harry Binswanger selbst. Insgesamt nicht gerade preisgünstig, aber für Interessenten des Objektivismus doch ein sehr qualifiziertes Angebot. Kostenlos bietet Binswanger seinen Informationsdienst für vier Wochen an. Binswanger garantiert mindestens 275 Rundbriefe pro Jahr. Um den HBL zu abonnieren ist eine volle Übereinstimmung mit dem Objektivismus nicht erforderlich, Binswanger verlangt aber die Zustimmung zu einem „Loyalitätseid“, der jeden mit Ausschluss bestraft, der die Feinde von Ayn Rand oder des Objektivismus sanktioniert oder unterstützt. Dies schließt Libertäre und Anarchisten ausdrücklich ein.

Für ein systematisches Studium des Objektivismus unverzichtbar ist Leonard Peikoffs Standardwerk Objectivism: The Philosophy of Ayn Rand . Es vermittelt einen kompakten Überblick über alle Teilbereiche des Objektivismus – geschrieben in einer für ein philosophisches Lehrbuch angenehm zugänglichen Sprache. Das Vorwort beginnt mit folgenden Worten: „Ayn Rands Philosophie hat Tausende von Leben verändert, meines eingeschlossen, und hat die Macht, den Lauf der Geschichte zu ändern.“ Leonard Peikoff wurde 1933 in Winnipeg/Kanada geboren und gehörte zum engsten Kreis um Ayn Rand. Eine sehr gute Kurzversion des Objektivismus gibt es in Leonard Peikoffs erstem Buch The Ominous Parallels, und zwar in dem Abschnitt „A Republic – If you can keep it“. Ayn Rand schrieb zu diesem 1982 veröffentlichtem Buch das Vorwort: „Sein Stil ist klar und hart wie Kristall – und so funkelnd. Wenn Sie meine Arbeiten mögen, wird Ihnen dieses Buch gefallen.“ Von Ayn Rand wurde Peikoff zu ihrem Erben eingesetzt. Zur Verbreitung von Rands Philosophie gründete Peikoff im Jahr 1985 das bereits erwähnte Ayn Rand Institute. Als Geschäftsführender Direktor fungiert dort zur Zeit Yaron Brook.

Um Sachliteratur von Ayn Rand selbst zu studieren, greift man am besten auf die Sammelbände The Virtue of Selfishness und Capitalism: The Unknown Ideal zurück. Ayn Rand empfahl, mit der Lektüre von The Virtue of Selfishness zu beginnen -vor allem mit den Aufsätzen Man’s Rights und The Nature of Government-, da jedes politisches System auf irgendeiner Art von Ethik beruhe. Die in den beiden Sammelbänden enthaltenen Aufsätze sind zu einem großen Teil aus von Ayn Rand herausgebenen Zeitschriften entnommen. Wer die Zeitschriften vollständig und chronologisch geordnet nachlesen möchte, ist mit dem Kombinationsangebot von 99,85 $ für die Ayn Rand’s Periodicals gut bedient.

Im September 2008 erschienen ist Andrew Bernsteins Objectivism in One Lesson, das als Einführung in den Objektivismus gedacht ist und Studenten von Rands Philosophie helfen kann, die noch nicht zu Leonard Peikoffs Buch greifen möchten, das, so Bernstein, nicht als Einführung gedacht sei, sondern sich an fortgeschrittene Studenten wende.

Nur für fortgeschrittene Kenner des Objektivismus geeignet sind auch die Journals of Ayn Rand, die nach ihrem Tod veröffentlicht wurden und ihre philosophischen Tagebücher aus mehreren Jahrzehnten enthalten – aus den Jahren 1927 bis 1966. Diese Aufzeichnungen sind zwar durchaus interessant, weil sie das Verständnis für den Objektivismus vertiefen können, allerdings enthalten sie Formulierungen und Gedanken, die später in Rands Veröffentlichungen nicht mehr auftauchten. Eine sehr detaillierte Abhandlung von Tara Smith über Ayn Rands Ethik ist 2006 unter dem Titel Ayn Rand’s Normative Ethics erschienen und könnte vor allem im akademischen Bereich das Interesse für den Objektivismus forcieren.

All dies kann man natürlich beim Ayn Rand Bookstore bestellen, das neben Literatur auch Filme und sehr viel Audiomaterial im Angebot hat. Empfehlenswert ist zum Beispiel der Kursus Understanding Objectivism (Inhaltsverzeichnis ) von Leonard Peikoff, der allerdings durch einen Kaufpreis von 310 $ nicht gerade ein Schnäppchen ist. Auch im Angebot ist der Audio-Kurs The Philosophy of Ayn Rand von Leonard Peikoff, der 1976 von ihm gehalten wurde und ausdrücklich von Ayn Rand autorisiert wurde. Später wurde dann dieser Kursus zur Grundlage von Peikoffs erwähntem Standardwerk Objectivism – The Philosophy of Ayn Rand.

Deutlich günstiger als die genannten Audioprodukte ist der Dokumentarfilm Ayn Rand: A Sense of Life von Michael Paxton. Eine Besprechung dieses Films kann man auf dem Blog von Gus van Horn nachlesen. Als Ergänzung dazu ist das sehr schön illustrierte Buch Ayn Rand von Jeff Britting zu empfehlen. Von Rands Romanen wurden We the Living -in einer unautoririsierten (aber gelungenen) Version im faschistischen Italien- und The Fountainhead verfilmt. In einer sychronisierten Fassung läuft The Fountainhead regelmäßig unter dem Titel Ein Mann wie Sprengstoff in den 3. Programmen der ARD. Obwohl Ayn Rand zu diesem Film das Drehbuch geschrieben hatte, hielt sie ihn nur für „einigermaßen gut“. Keine Empfehlung möchte ich aussprechen für den Film The Passion of Ayn Rand. Peer Teuwsen schrieb in der WELTWOCHE, dass Helen Mirren in dem Film eine „totalitär denkende Philosophin Ayn Rand“ darstellen würde. Dies sagt einiges über diesen Film – genug, um ihn nicht weiter zu beachten.

Literarische Grundlage des Films war Barbara Brandens Buch The Passion of Ayn Rand. Dieses Buch und Nathaniel Brandens My Years with Ayn Rand haben lange Zeit Ayn Rands Darstellung in der Öffentlichkeit deutlich geprägt. James S. Valliant hat die Darstellungen der Brandens in seinem Buch The Passion of Ayn Rand Critics einer kritischen Prüfung unterzogen, und kommt zu keinem schmeichelhaften Urteil. Wer wissen möchte, wovon Ayn Rand in ihren Kindertagen enorm beeinflusst wurde, sollte sich The Mysterious Valley von Maurice Champagne zulegen. Der britische Offizier Cyrus Paltons verkörperte in „kompletter Form“ den heldenheften Typus, den Rand bewundern konnte. Ihren größten Helden, John Galt, kann man im Jahr 2009 vermutlich im Kino bewundern, denn derzeit wird an der Verfilmung von Atlas Shrugged gearbeitet. Aber nicht nur im Fernsehen oder, hoffentlich, im Kino kann man auf Produkte treffen, die auf Ayn Rand zurückgehen. Wer auf ein Theaterstück mit dem Namen Mordprozess Folkner stößt, hat es mit Ayn Rands Night of January 16th zu tun.

Wer regelmäßig längere Aufsätze von bekannten Objektivisten lesen möchte, sollte sich für ein Abonnement der Vierteljahreszeitschrift The Objective Standard entscheiden. Diese Zeitschrift ist seit 2006 auf dem Markt und wird von Craig Biddle herausgegeben.

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